St.Katharinental (Ehemaliges Dominikanerinnenkloster)
Sicht auf die Ehemalige Klosteranlage St. Katharinental von der deutschen Rheinseite her.
Kloster
Die Anfänge des Klosters St. Katharinental sind vor allem aus der – wenngleich legendarisch überhöhten –
Gründungsgeschichte zu erschliessen, die in mehreren Fassungen im Textcorpus des St. Katharinentaler
Schwesternbuchs überliefert ist; sie spiegelt geradezu modellhaft die Entstehung vieler Frauenklöster des
13. Jahrhunderts. Den Ursprung bildete eine in Armut lebende kleine Gemeinschaft von Beginen, die sich
im Zuge der religiösen Armutsbewegung dieser Zeit in Winterthur zu gemeinsamer Lebensführung zusam-
mengeschlossen hatten. Um 1230 siedelten sie nach Diessenhofen über, wo der dort tätige Priester und
Spitalpfleger Hug die Errichtung eines Frauenklosters plante. 1242 zogen sie in das seither so genannte
St. Katharinental am Rhein ausserhalb der Stadt, um dort das Kloster zu errichten. Grund und Boden stiftete
Graf Hartmann IV. von Kyburg, der auch bei der Gründung der Klöster Oetenbach und Töss mitgewirkt
hatte. Erste Priorin war die adelige Witwe Williburg von Hünikon. 1245 wurde das Kloster durch Papst
Innozenz IV. in den Dominikanerorden inkorporiert; die cura monialium (Nonnenseelsorge) oblag dem
Dominikanerkonvent von Konstanz
Nachdem das Kloster existenzgefährdende Wirrungen des Reformationszeitalters überstanden hatte, erlebte
es im 18. Jahrhundert eine neue Blütezeit unter der Priorin Josepha Dominica von Rottenberg (1676–1738),
die nicht nur als Schriftstellerin und Reformatorin im Geiste des Tridentinums tätig war, sondern auch dem
Kloster seine heutige bauliche Gestalt verlieh. In diesen und den folgenden Jahrzehnten erlebte St. Katha-
rinental auch eine musikalische Hochblüte. Das umfangreiche erhaltene Notenmaterial gibt ein Bild von der
damaligen Musizierpraxis.
Zu Ende des Jahrhunderts machten sich Säkularisierungsbestrebungen geltend. Nachdem die helvetische
Regierung schon 1798 das Klostervermögen beschlagnahmt hatte, wurde 1869 das Kloster endgültig aufge-
hoben und vom Kanton Thurgau in ein Alters- und Pflegeheim umgewandelt. Die letzten Schwestern zogen
zuerst nach Schänis, 1906 fanden sie dann im Dominikanerinnenkloster Weesen Aufnahme.

Klosterkirche
In den Jahren 1715 bis 1718 ließ die Priorin Josepha Dominica von Rottenberg (s. o.) durch den bekannten
Vorarlberger Baumeister Franz Beer (1660–1726) anstelle des alten Klosters die heutige barocke Klosteran-
lage errichten; 1732 bis 1735 führte nach dessen Plänen sein Sohn Johann Michael Beer (1700–1767) dann
auch den Neubau der Klosterkirche von St. Katharinental aus. Sie gilt als bedeutendes Beispiel des süddeut-
schen Barocks.
Die Orgel auf der Westempore entstand 1735–1741 und stammt vom Orgelbaumeister Johann Jakob Bommer
aus Weingarten. Das nach der Aufhebung des Klosters unspielbar gewordene Instrument wurde 1965–1969
von der Orgelbau Kuhn restauriert.
Die Malereien in Kirche, Einsiedlerkapelle und Sakristei stammen vom Konstanzer Hofmaler Jacob Carl
Stauder (1694–1756), der die Kirche zwischen 1733 und 1738 mit zahlreichen Gemälden ausstattete. Die
Kirche wurde 2005–2007 restauriert.

Die Kirche gehört zur Pfarrei Diessenhofen, wird aber nur selten für Gottesdienste genutzt. Es kann der
Kirchenraum im Rahmen von wöchentlichen Führungen oder täglich durch ein Gitter unterhalb der Empore
betrachtet werden.
(Wikipedia)

Haupteingangstor zur Klosteranlage
Glockentürmchen auf dem Chorfirst
Filigran ausgeschmückte Kanzel Frontseite der Kirche mit der St. Maria (o.), dem St. Joseph (u.l.) und dem St. Dominic (u.r.)
Alle wichtigen Eingänge wie die Kirche, die Verwaltung, das ehemalige Kloster und die Betriebsgebäude sind vom Parkänlichen Hauptplatz her erreichbar.
Das Verwalterhaus Das Riegelhaus (dient als Wohnhaus für Privatleute)
Das Herrenhaus. Im Hintergrund links das Gästehaus (Riegelhaus). Tor zum Rhein, der Gartenwirtschaft und dem Uferweg nach Diessenhofen.
Ein kurzer Fussweg führt von Diessenhofen zum St. Katharinental Die sehr schön gelegene Gartenwirtschaft der hauseigenen Cafeteria
Reichverzierter Hauptaltar Deckengemälde von Jacob Carl Stauder (1694–1756)
Muttergottes-Altar auf der linken Seite. Gemälde am Hauptaltar Bild der hl. Familie im rechten Seitenaltar.
Einsiedler Muttergottes
Inschrift: St. Maria Einsidlensis Ora Pronobis
Ehemaliges Kornhaus Hauptfassade des ehemaligen Klosters